Aktuelles

25. Juli 2022

Änderung der Grundwasserverordnung i.d.F. von 2017 geplant

Im Zusammenhang mit der Einführung des neuen Begriffs „denitrifizierende Verhältnisse“ in der AVV GeA (2022) ist aktuell geplant, diesen Begriff in der GrwV zu definieren und zugleich den Schwellenwert für Nitrat von bundesweit einheitlich 50 mg/L wie folgt zu modifizieren: „Bei denitrifizierenden Verhältnissen im Grundwasser bezieht sich der Schwellenwert auf den Nitratgehalt im Grundwasser vor der Denitrifikation. Der Nitratgehalt vor der Denitrifikation ist ausgehend vom gemessenen Wert mit der besten verfügbaren Technik rechnerisch zu ermitteln.“ In der Begründung wird aufgeführt, die neue Regelung trage dem Gedanken Rechnung, dass die Denitrifikations­kapazität sich über einen längeren Zeitraum aufbrauche und letztendlich erschöpfe. Ohne eine Denitrifikationskapazität wäre der Grundwasser­körper dann als belastet einzustufen. Unter dem Gesichtspunkt eines rechtzeitigen Schutzes des Grundwassers sei daher ein solches Gebiet ebenfalls als belastet auszuweisen, um rechtzeitig vor dem Aufbrauchen der Denitrifikationskapazität durch entsprechende Maßnahmen einer Überschreitung des Schwellenwertes von 50 mg/l entgegenwirken zu können. Diese Überlegungen werden sicher zukünftig in der Fachwelt umfassend diskutiert und plausibilisiert, so auch im Arbeitskreis „Lebensdauer Nitratabbau im Grundwasser“ in der FH-DGGV.

08. Juli 2022

Novellierte AVV GeA (2022) vom Bundesrat verabschiedet

Der Bundesrat hat am 8. Juli 2022 einer Verwaltungsvorschrift zur Ausweisung besonders Nitrat-belasteter Gebiete zugestimmt - allerdings nur unter der Bedingung einiger fachlicher Änderungen. Setzt die Bundesregierung diese um, kann sie die neuen Regeln in Kraft setzen. Die Bundesländer werden darin verpflichtet, bis spätestens zum 30. November 2022 die entsprechenden Gebiete räumlich neu auszuweisen. In einer begleitenden Entschließung weist der Bundesrat auf die Herausforderungen hin, die die bundesweite Düngeverordnung und die zugehörige Verwaltungs­vorschrift in den Ländern auslöst. Für die Beendigung des EU-Vertragsverletzungs­verfahrens seien binnen kürzester Frist die Landesdüngeverordnungen anzupassen. Insbesondere die tatsächliche Ausweisung der Nitrat-belasteten Gebieten werde die Landesverwaltungen in der Kürze der vorgegebenen Fristen große Anstrengungen kosten, betont der Bundesrat. Teil der Einigung mit der EU-Kommission sei auch die Ausweitung der Nitrat-Messstellennetze der Länder, um bis spätestens 2028 überall in Deutschland ein geostatistisches Verfahren anwenden zu können. Sie finden das Dokument online unter: https://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2022/0201-0300/275-22.pdf;jsessionid=16C4881D18B5F9DB7DF056A71D7551A3.1_cid349?__blob=publicationFile&v=1

30. Juni 2022

DVGW-Information Nr. 111: Synoptische Hinweise für die Funktions- und Eignungsprüfung von Grundwassermessstellen erschienen

Die Frage der Eignung von Grundwassermessstellen für unterschiedliche Aufgaben ist essentiell für eine Reihe fachlicher Aufgaben. Beispielhaft genannt seien hierfür Fundaufklärungsverfahren zu Pflanzenschutzmittelbelastungen in Trinkwasserressourcen, die Ausweisung von mit Nitrat belasteten Gebieten gemäß Düngeverordnung bzw. AVV oder das zukünftig geforderte Einzugsgebiets­bezogene Risikomanagement gemäß europäischer Trinkwasserrichtlinie. Bei allen Aufgaben sind die zuständigen Stellen und beteiligten Akteure auf belastbare und aussagekräftige Messdaten aus Grundwassermessstellen angewiesen. Die Beantwortung der Frage, wie die Funktionsfähigkeit einer Grundwassermessstelle und ihre Eignung für eine konkrete Aufgabe festgestellt und bei Bedarf auch gegenüber Dritten nachgewiesen werden kann, muss sich schlüssig aus den zugrundeliegenden Normen und technischen Regeln ergeben. Das DVGW-Regelwerk definiert in verschiedenen Arbeitsblättern entsprechende Anforderungen. Diese betreffen insbesondere den Bau und Betrieb, die Instandhaltung und Sanierung sowie die Funktions- und Eignungsprüfung von Grundwasser­messstellen. Die neue Information gibt dazu einen umfassenden und anschaulichen Überblick und ist unter https://shop.wvgw.de/DVGW-Information-WASSER-Nr.-111-06-2022/311870  bestellbar.

20. Mai 2022

Projekt „Sanierungsmaßnahmen zur Verbesserung des chemischen und ökologischen Zustandes des Rangsdorfer Sees erfolgreich abgeschlossen

Das im Mai 2020 begonnene Projekt konnte inzwischen abgeschlossen und auf einer Einwohnerversammlung im April 2022 der interessierten Öffentlichkeit in Rangsdorf vorgestellt werden. Dabei wurden im Projekt entwickelte Maßnahmenvorschläge zur Verbesserung der immer noch unzureichenden Wasserqualität des Sees fachlich erläutert. Diese nehmen nun Eingang in den behördlichen Genehmigungsprozess.

Im August-Heft erscheint in der Zeitschrift HyWa der BAFG (http://www.hywa-online.de) ein themenbezogener Projektbericht mit dem Titel: „Grundwasser-See-Interaktion in einem tieflandgeprägten nordostdeutschen Flachsee in Brandenburg“.

13. Mai 2022

Bericht zum „Emslandplan 2.0“ veröffentlicht

Der von HYDOR erstellte Bericht zum „Emslandplan 2.0 - Nachhaltiges Wassermengenmanagement in die Fläche bringen“ ist mittlerweile online verfügbar:

https://www.emsland.de/wirtschaft-struktur/klimaschutz/umwelt-und-natur/emslandplan-20/emslandplan-20-nachhaltiges-wassermengenmanagement-die-flaec.html

oder zum Direkt-Download hier:

https://www.emsland.de/pdf_files/klima-und-umwelt/emslandplan-2-0-hydor-2021_4970_1.pdf

04. Mai 2022

UBA-Studie „Entwicklung praxisrelevanter Risikominderungsmaßnahmen und einer guten fachlichen Anwendung für Stallinsektizide (PT 18) und Stalldesinfektionsmittel (PT 03) für den Umweltbereich“ erschienen

Das Forschungsvorhaben unter Mitwirkung von HYDOR Consult GmbH hatte die Verwendung von Bioziden in der Tierhaltung zum Gegenstand, unter anderem wurde die landwirtschaftliche Anwendungspraxis und damit verbundene potentielle Eintragspfade in die Umwelt analysiert.

Nunmehr steht der Abschlussbericht (in englischer Sprache) zu dem Vorhaben auf der Internetseite des Umweltbundesamtes unter folgendem Link zur Verfügung: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/the-use-of-biocides-in-animal-housings-elaboration

27. April 2022

Stephan Hannappel wieder im Beirat der FH-DGGV tätig

Nachdem Herr Hannappel bereits in den Jahren 2010 bis 2014 als durch die Mitglieder:innen gewählt im Beirat der FH-DGGV (https://www.fh-dggv.de/beirat) tätig war, wurde er nunmehr erneut als Sprecher des AK (s.u.) durch den Vorstand in das Gremium für die voraussichtliche Dauer des Arbeitskreises von drei Jahren berufen. Herr Hannappel freut sich auf den fachlich kreativen Austausch mit den Berufskolleg:innen.

22. März 2022

Arbeitskreis „Lebensdauer Nitratabbau im Grundwasser“ in der FH-DGGV eingesetzt

Der Vorstand und Beirat der Fachsektion Hydrogeologie e.V. in der Deutschen Geologischen Gesellschaft - Geologischen Vereinigung e.V. (FH-DGGV) hat auf seiner Sitzung am 21.03.2022 beschlossen, dass der neue, nunmehr siebte Arbeitskreis (s. fact sheet unten) der FH-DGGV unter Leitung von Stephan Hannappel und Nils Cremer eingerichtet wird und freut sich auf den „stofflichen Input“ zu diesem brisanten Thema. Mittlerweile haben sich bereits 15 interessierte Personen aus Wissenschaft und Praxis gemeldet. Im Mai wird das kick off-Treffen stattfinden, bei dem der Arbeitsplan festgelegt wird. Weitere Interessenten können sich gerne melden. Auf der FH-DGGV-Seite finden Sie weitere Informationen: https://www.fh-dggv.de/arbeitskreise/aktive-arbeitskreise/nitratabbau-im-grundwasser

14. Februar 2022

FH-DGGV-Tagung 2022 online: Infos für Teilnehmende

Die Jahrestagung der Fachsektion Hydrogeologie (FH-DGGV) kann leider nur online stattfinden.  Mittlerweile kann das aktualisierte Programm auf der Tagungs-Homepage unter:

https://www.bayceer.uni-bayreuth.de/FH-DGGV-2022/de/prog/bayconf/programm.php

heruntergeladen werden.

Am 24. März Vormittag findet die Session "Identifizierung landwirtschaftlich bedingter Indikatoren im Grundwasser“ unter Leitung von Stephan Hannappel und Tobias Licha statt, auf der auch zur Mitarbeit im neuen geplanten Arbeitskreis der FH-DGGV „Lebensdauer Nitratabbau im Grundwasser“ unter Leitung von Herrn Hannappel und Dr. Nils Cremer vom Erftverband aufgerufen werden soll.

11. Februar 2022

Neuer Arbeitskreis „Lebensdauer Nitratabbau im Grundwasser“ in der FH-DGGV geplant

Auf der online-Session zum Nitratabbau im Grundwasser im März 2022 möchten wir zur Teilnahme am aktuell geplanten Arbeitskreis in der FH-DGGV aufrufen, da wir von werthaltigen Diskussionen unter den teilnehmenden Personen auf dieser Session ausgehen. Wir hoffen auf die Teilnahme von Personen aus einem breiten Kreis der stakeholder (Wissenschaft, Wasserversorger, Verwaltung, Ingenieurbüros, ggf. betroffene Verbände).

Weitere Informationen können hier eingesehen werden (PDF). Interessierte Mitarbeitende können sich gerne bis zum 30.05.2022 bei Herrn Hannappel ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ) oder Herrn Cremer ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ) melden und erhalten dann anschließend weitere Informationen bzw. die Einladung zur ersten Sitzung. Eine FH-DGGV-Mitgliedschaft ist nicht zwingend notwendig zur Mitarbeit im AK, aber gerne gesehen.

25. Januar 2022

Vortrag von Stephan Hannappel auf der Landwirtschaftlichen Woche Südhessen 2022

Auf der Online-Veranstaltung der Landwirtschaftlichen Woche Südhessen 2022 spricht Herr Hannappel am Dienstag, 01. Februar 2022 um 19.00 Uhr zum Thema:

Die Ausweisung der Roten Gebiete in Hessen vor dem Hintergrund der Erfahrungen in anderen Bundesländern“.

Veranstalter ist die Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaftliche Woche Südhessen e.V. Anmeldung per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

07. Dezember 2021

Beitrat zum GIS-PELMO-Modul zur Berechnung von Pestizidkonzentrationen im Grundwasser auf Tagung in York, UK 2022

Auf der Tagung im Frühjahr 2022 in York, UK: „Pesticide behaviour in soils, water and air wird Michael Klein (Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME) zum Thema:

„SPATIAL DISTRIBUTION OF PESTICIDE CONCENTRATIONS IN GERMANY CALCULATED WITH PELMO“

sprechen und dabei das zusammen mit dem HYDOR-Team neu entwickelte Tool vorstellen, mit dem auf Basis klimatischer, bodenkundlicher und hydrologischer Daten die potentiellen Konzentrationen von Pestiziden im Sicker- und Grundwasser modelliert werden. Die Untersuchungen im Auftrag des Umweltbundesamtes sind abgeschlossen und werden in Kürze auf dessen Seiten publiziert. Weitere Informationen zu der Tagung finden Sie unter: https://www.yorkpesticides2022.org/conference-sessions/

19. November 2021

DIN 38402-13: Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung - Allgemeine Angaben (Gruppe A) - Teil 13: Planung und Durchführung der Probenahme von Grundwasser (A 13) erschienen

Mit Datum Dezember 2021 erscheint nunmehr die neue DIN zur Probennahme, sie setzt damit bundeseinheitliche Maßstäbe für wichtige Aspekte der Gewinnung von Grundwasserproben. Herr Hannappel hat bei der Normenerarbeitung über viele Jahre in hydrogeologischer Hinsicht mitgewirkt, das Veröffentlichungsdatum hatte sich noch ein wenig verzögert.

Das Dokument kann bei der Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin (Hausanschrift: Am DIN-Platz, Burggrafenstraße 6, 10787 Berlin), http://www.beuth.de bezogen werden.

09. November 2021

Stephan Hannappel in das Präsidium der Deutschen Hydrologischen Gesellschaft (DHydroG) berufen

In einer online durchgeführten Sitzung des Präsidiums der DHydroG vom 08.11.2021 wurde Stephan Hannappel in das neu gebildete Präsidium berufen. Für die nächsten vier Jahre wird es ein Anliegen von Herrn Hannappel sein, die Belange des Grundwassers in den wissenschaftlichen Diskurs der Zusammenhänge zwischen Hydrologie und Hydrogeologie einzubringen, gleich beginnend im nächsten März auf dem Tag der Hydrologie in München (https://www.cee.ed.tum.de/hydrologie/tag-der-hydrologie-2022/).

05. November 2021

Landesdüngeverordnung Mecklenburg-Vorpommern für unwirksam erklärt

Das Oberverwaltungsgericht hat mit Urteil vom 21. Oktober 2021 die Düngelandesverordnung vom 23. Juli 2019 in der Fassung der Änderungsverordnung vom 20. Dezember 2020 für unwirksam erklärt. Mit ihren Normenkontrollanträgen hatten Landwirtschaftsunternehmen als Antragsteller u.a. vorgetragen, die angegriffenen Regelungen seien unwirksam, weil der Antragsgegner die Plausibilisierung des gewählten Regionalisierungsverfahrens an den Stützstellen unterlassen habe. Das wurde vom Gericht bestätigt. Auf Grundlage einer mündlich durchgeführten Befragung von Herrn Stephan Hannappel als Parteiengutachter und Sachverständiger an einem der beiden Sitzungstage kam das Gericht zu der Schlussfolgerung, dass das Land den in § 6 Satz 3 Nr. 1 i.V.m. Anlage 2 Ziffer 2 Abs. 3 AVV GeA vorgegebenen und zwingend einzuhaltenden Verfahrensschritt der Prüfung der Plausibilität der Verfahren an den vorhandenen Stützstellen nicht durchgeführt habe. Diese Plausibilitätsprüfung könne auch nicht deshalb unterbleiben, weil es im Land Mecklenburg-Vorpommern keine Stützstellen gebe. Da es an der Durchführung dieses vorgeschriebenen Verfahrens der Prüfung der Plausibilität an den vorhandenen Stützstellen fehle, sei das Regionalisierungsverfahren, d.h. die durch das Verfahren ermittelten Gebiete, nicht ausreichend geprüft. Die auf den Ergebnissen des Regionalisierungsverfahrens aufbauenden weiteren Verfahrensschritte, die zur Ausweisung der mit Nitrat belasteten Gebiete führen und die dann erforderlichen Zuordnungen einzelner Feldblöcke zu den belasteten Gebieten seien auf einer rechtlich nicht ausreichenden Grundlage vorgenommen worden. Eine Revision des Urteils wurde durch das Gericht nicht zugelassen. Die anonymisierte Begründung des Urteils kann unter der Datenbank https://www.mv-justiz.de/serviceassistent/_php/download.php?datei_id=1641937 zusammen mit weiteren Dokumenten heruntergeladen werden. Spannend bleiben nunmehr die Entscheidungen weiterer Gerichte in anderen Bundesländern in vergleichbaren Verfahren, die aktuell eingereicht sind bzw. werden.

22. Oktober 2021

Forderungen der EU-Kommission zur Modifizierung der roten Gebiete

Zwischen Bundesregierung und EU-Kommission (EU-KOM) werden die Gespräche zum nach wie vor anstehenden Vertragsverletzungsverfahren zur Nitratrichtlinie fortgeführt. Es geht um die Kritik der EU-KOM, mit der AVV sei die Gebietskulisse für die Anwendung der strengeren Regelungen nach der Düngeverordnung für nitratsensible Gebiete zu eng bemessen. KOM bezweifelt nach wie vor, dass mit der Umsetzung der DüngeVO mit den festgesetzten Gebieten nach AVV das Urteil des EUGH umgesetzt wird. Die Gebiete seien zu klein und ggfs. nicht an der richtigen Stelle. KOM fordert, dass die Gebietsabgrenzung nach einem einheitlichen und kohärenten Verfahren abgegrenzt werden. Die AVV bietet den Ländern aber Spielraum zur Vorgehensweise bei der Binnendifferenzierung und der Modellierung, der von den Ländern je nach vorhandener Dichte an Grundwassermessstellen auch unterschiedlich genutzt wurde. Zudem kritisiert KOM nach wie vor, dass eine Modellierung der aktuellen Nutzung ein Verstoß gegen das europäische Wasserrecht sei, welches nur auf die Qualität der Gewässer abstelle und nicht auf die Bewirtschaftung. Hierzu hat die Bundesregierung erneut argumentiert, dass im Sinne der Umsetzung des Verursacherprinzips nicht mit der Änderung der aktuellen Bewirtschaftung Altlasten saniert werden könnten. Die Verwendung einer Modellierung für die aktuelle Nutzung wurde von der KOM nicht im Grundsatz in Frage gestellt. Das ist eine hoffnungsfrohe Nachricht, da gerade die Modellierung mit geeigneten Daten – im Gegensatz zur ausschließlichen Verwendung von Messstellen – fachlich in der Lage wäre, Gerechtigkeit bei der Ausweisung der roten Gebiete herzustellen. Das Ergebnis der Gespräche ist allerdings offen – genauso wie die Entscheidung der deutschen Gerichte bei den ersten bereits anstehenden Verfahren.

14. September 2021

Ursachen der Ausweisung der roten Gebiete auf den Grund gehen

Das „Landwirtschaftliche Wochenblatt“ berichtet über Ergebnisse eines Gutachtens von HYDOR für die landwirtschaftliche Interessensgemeinschaft „Gerechte Messstellen“. Im Kreis Minden-Lübbecke bezweifeln die Landwirte sowohl die Eignung etlicher Grundwassermessstellen zur Beurteilung der Nitratbelastung als auch die methodischen Grundlagen der Ausweisung nitratbelasteter Gebiete im Rahmen der AVV GeA (2020). Lesen Sie selbst den Artikel (pdf) und machen Sie sich ein Bild über die Ergebnisse des Gutachtens und die daraus resultierenden Wünsche der Landwirte an die Behörden.

01. September 2021

Poster von Jenny Kröcher auf der Jahrestagung der DHG prämiert

Anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Hydrologischen Gesellschaft in Potsdam erhielt Jenny Kröcher den Posterpreis in der Kategorie „Bestes Design“. Das Poster hat zum Thema: „Rekonstruktion der Wasserstandsdynamik von Söllen mittels Fernerkundung, Machine Learning und multivariater Statistik“ anhand eines Kleinsolles in der Uckermark. Der Rückgang des Wasserstandes in den Söllen ist ein aktuelles klimagesteuertes Phänomen. Lesen Sie selbst: pdf

26. August 2021

Anfrage im Bundestag: Nitrat im Grundwasser

Als Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen Fraktion antwortet die Bundesregierung zu „Grundwasserkörper und Nitrat“ (pdf). Danach sind aktuell 304 von 1.178 Grundwasserkörpern (GWK) in den „schlechten chemischen Zustand wegen Nitrat“ nach der EG-Wasserrahmenrichtlinie eingestuft. Das sind 26 % der GWK. Offenbar handelt es sich hier jedoch noch um die „alte“ Einstufung aus dem Jahr 2015, da die Bundesregierung zu aktuellen Tendenzen auf die Länder verweist und nur den „Nitratbericht“ (hiererwähnt, in dem jedoch nur ein sehr kleiner Teil der Messstellen der Länder enthalten ist (sg. „Nitratmessnetz“), deren hydrogeologische Repräsentativität für die landwirtschaftliche Nutzung in Deutschland zwar regelmäßig behauptet wird, die aber nicht belegt ist. Eine aktuelle, aussagekräftige und validierte Darstellung der Nitratbelastung des Grundwassers in Deutschland – z. B. auf Basis der aggregierten Daten aller WRRL-Messstellen der Länder - ist derzeit nicht vorhanden.

01. Juli 2021

Kritisches Schreiben von Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius an die deutschen Behörden zur Umsetzung der Nitratrichtlinie

In einem Schreiben an die bundesdeutschen Ministerinnen für Umwelt und Landwirtschaft moniert der EU-Kommissar eine weiterhin zögerliche Umsetzung der Nitratrichtlinie durch die aktuellen Bestimmungen der Düngeverordnung bzw. der AVV, beide aus dem Jahr 2020. Als Beleg dafür wird die angebliche häufige Lokalisierung „roter“ (nitratbelasteter) Messstellen außerhalb der von den deutschen Landesbehörden ausgewiesenen nitratbelasteten Gebiete angeführt. Warum sich der Kommissar dabei jedoch ausschließlich auf die Messstellen des „Nitratberichtes“ bezieht, deren Umfang erheblich von den Messnetzen der Länder nach unten abweicht und die damit nicht repräsentativ sind, verbleibt unklar. Aber lesen Sie selbst (pdf) und bilden Sie sich eine Meinung. Die Diskussion darüber dürfte anhalten.

30. Juni 2021

Konstruktives Gespräch mit dem niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies und Stephan Hannappel beim Landvolk Niedersachsen in Ovelgönne zum Thema „nitratbelastete Gebiete“

Anlässlich eines hydrogeologischen Gutachtens im Auftrag der Kreislandvolkverbände Wesermarsch und Ostfriesland zur kritischen Rezeption der behördlichen Ausweisung der nitratbelasteten „roten“ Gebiete in Niedersachsen wurde gemeinsam mit Umweltminister Lies vereinbart, die strittigen Punkte, wie Messstellenrepräsentanz und landwirtschaftliche Emissionsdaten, die auch aktuell in einer Expertise im Auftrag des BDEW durch Professor Taube von der Universität Kiel (pdf) kritisch moniert wurden, in einem gemeinsamen Evaluierungsprozess zwischen Ministerium und HYDOR zu untersuchen. Das wurde auch seitens der Landvolk-Vertreter im Sinne einer akzeptablen Lösung für die Landwirtschaft begrüßt.

01. Juni 2021

Neue Veröffentlichung von Lisa Schreiber in der Zeitschrift „Grundwasser“ der FH-DGGV

Lisa Schreiber hat mit Ihren Koautoren der Universitäten in Potsdam und Rostock in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Grundwasser über Ihre Masterarbeit berichtet. Das Thema ist die Modellierung der Strömungsdynamik in einem revitalisierten Küstenmoorgebiet an der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern. Sie hatte dafür ein dreidimensionales instationäres Grundwassermodell erstellt, dieses mit einem eindimensionalen Modell des Grabensystems gekoppelt und mit Messungen im Gebiet kalibriert und verglichen. Die Ergebnisse zeigten, dass neben der oberirdischen Entwässerung auch der Grundwasserabstrom in Richtung Ostsee eine wesentliche Komponente der Wasserbilanz darstellt.  Hier können Sie sich den Artikel als PDF-Vollversion herunterladen: https://link.springer.com/article/10.1007/s00767-021-00486-y

30. Mai 2021

Nitratrichtlinie und Düngeverordnung aus juristischer Sicht

In einem Fachaufsatz setzt sich der Fachanwalt für Verwaltungsrecht Dr. Konrad Asemissen von der Kanzlei HSA Rechtsanwälte aus Potsdam kritisch mit der aktuellen Auslegung des Düngerechtes und seinen Auswirkungen auf das Grundwasser in Deutschland auseinander. Er kommt zum Schluss, dass in vielerlei Hinsicht Optimierungsbedarf bei der behördlichen Auslegung der Vorgaben aus der bundeseinheitlichen AVV und zugleich der Akzeptanz der Maßnahmen bei den betroffenen Landwirten besteht. Lesen Sie selbst: pdf

24. Mai 2021

Dr. Stephan Hannappel zum Sessionleiter der FH-DGGV-Tagung 2022 in Jena berufen

Die im Frühjahr 2022 an der Universität Jena stattfindende Jahrestagung der FH-DGGV wird eine Session zum Thema: „Identifizierung landwirtschaftlich bedingter Indikatoren im Grundwasser“ enthalten. Diese wird von Dr. S. Hannappel zusammen mit Prof. Tobias Licha von der Ruhr-Universität Bochum geleitet. Vor dem Hintergrund der aktuellen, z. T. kontroversen Diskussionen um die Ausweisung der sog. „nitratbelasteten Gebiete“ in Deutschland wird die Session sicher spannende Diskussionen liefern. Wir laden Sie herzlich ein, sich daran zu beteiligen und freuen uns auf die Gespräche in Jena. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an die Geschäftsstelle der FH-DGGV: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bzw. www.fh-dggv.de.

15. April 2021

Neue Veröffentlichung in der Zeitschrift „KW Korrespondenz Wasserwirtschaft“ der DWA

In der Zeitschrift "Korrespondenz Wasserwirtschaft" ist ein neuer Artikel unseres Mitarbeiters Philipp Wolke erschienen. Dieser hat mit seinen Koautoren den Einfluss von Gewässerbettformen auf die Sauerstoffdynamik in der hyporheischen Zone untersucht. Die Untersuchungen legen dar, dass die Dynamik der Gewässersohle eine wichtige Rolle für die Biogeochemie in der hyporheischen Zone spielen. Für die Untersuchungen erhielt Herr Wolke den DGL-Nachwuchspreis. In diesem Zusammenhang ist auch der Artikel entstanden, der hier als Volltext verfügbar ist.

22. März 2021

Abgeschlossene Studie von HYDOR & Ecologic Institut zu „Überprüfung der Auswirkungen des kooperativen Gewässerschutzes in Nordrhein-Westfalen“ veröffentlicht und feierlich verabschiedet

Am Internationalen Tag des Wassers wurde in einer feierlichen Hybrid-Veranstaltung unter dem Motto „30 Jahre Trinkwasserschutzkooperationen in Nordrhein-Westfalen - ein Erfolgsmodell für die Zukunft“ mit Beteiligung der Ministerin Ursula Heinen-Esser, aller stakeholder am Prozess und der Gutachter der Studie ein dem Thema angepasster, würdiger Rahmen gefunden, bei dem die wichtige „12-Punkte“-Vereinbarung von 1989 einer gemeinsamen Aktualisierung unterzogen wurde.

Sie können den Langtext der Studie inkl. eines schriftlichen Berichtes Landesregierung dazu hier einsehen: externer link

22. März 2021

Neue Veröffentlichung in der Zeitschrift „KW Korrespondenz Wasserwirtschaft“ der DWA

Mit dem Titel „Wirkungsanalyse von Maßnahmen zur Verringerung von Stickstoffeinträgen aus der Landwirtschaft im Rahmen des dezentralen Kooperationsmodells zum Trinkwasserschutz in Nordrhein-Westfalen – Teil 2: Wasserwirtschaftliche Evaluierung“ berichten Alexander Strom und Stephan Hannappel im April-Heft der DWA zu den Ergebnissen des Projektes in NRW im Auftrag des Umweltministeriums aus Düsseldorf.  Ausschließliche Beratungsleistungen und Beratung mit Maßnahmenförderungen führten in den untersuchten WSG zu geringeren Nitratabnahmen bzw. nur zu einer Stagnation der Konzentrationen, verhindern jedoch damit einen Nitratanstieg bei zumeist in der Vergangenheit stattgefundener Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion. Gemein ist allen Maßnahmen in den untersuchten Gebieten, dass das absolute Niveau der Nitratwerte oftmals den Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 mg/l in den Vorfeldmessstellen nicht einhält, oftmals sogar deutlich darüber liegt. Weitere Informationen finden Sie unter https://de.dwa.de/de/kw-korrespondenz-wasserwirtschaft.html oder hier direkt als download: pdf

15. März 2021

Hydrologisches Modell und Erweiterung eines Messnetzes zur Erhebung von Wasserständen wiedervernässter Niedermoorflächen in der Dümmerniederung

Im Auftrag des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) wurde eine Studie erfolgreich fertig gestellt, welche die Erhebung der gegenwärtigen Grund- und Moorwassersituation zum Ziel hatte. Für den Aufbau des Hydrologischen Modells wurde eine Kopplung zwischen dem Oberflächenwassermodell MIKE 11 sowie dem Grundwassermodell FEFLOW gewählt. Erarbeitet wurden u.a. hochaufgelöste Flurabstandskarten des oberflächennahen Grundwassers. Wasserhaushaltsbilanzen im Gebiet sowie die Ableitung von Vorschlägen zur Wasserstandsteuerung mit dem Ziel der Optimierung der Bodenvernässung im Gebiet der Dümmerniederung. Die Ergänzung des Messpegelnetzes im Projektgebiet mit 28 neuen Boden- und Grabenwassermessstellen war ebenfalls Teil der Projektarbeiten. Näheres erfahren Sie hier.

08. März 2021

Interview zur Ausweisung der nitratbelasteten Gebiete in Niedersachsen in der Verbandszeitung des Landvolkkreisverbandes Lüneburger Heide

Auf Anfrage der Verbandszeitung äußerte sich Stephan Hannappel in der Märzausgabe zum aktuell brisanten Thema der von der Fachbehörde in Niedersachsen ausgewiesenen sog. „roten Gebiete“, in denen die Landwirte ab sofort u.a. mit empfindlichen Maßnahmen zur Düngereduzierung rechnen müssen.

Sie können das Interview in voller Länge hier einsehen: pdf  Ein Gutachten der HYDOR Consult GmbH aus 2020 zum (damaligen) Entwurf der AVV GeA (2020) im Auftrag des Deutschen Bauernverbandes (DBV) kann auf Anfrage bereitgestellt werden.

20. Februar 2021

Kontroverse über unscharfe hydrogeologische Begrifflichkeiten i der „Allgemeinen Veraltungsvorschrift zur Gebietsausweisung (AVV GeA) nitratbelasteter Gebiete: Umweltminister MV widerspricht HYDOR

Der Umweltminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, hat einem Gutachten der HYDOR an den Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern widersprochen, in dem Messstellen des sog. „WRRL-Messnetzes“ des Landes M-V vor dem Hintergrund unscharfer Formulierungen in der AVV GeA als hydrogeologisch nicht repräsentativ bewertet worden waren. Minister Backhaus schrieb dazu einen Brief an Bundesumweltministerin Schulze und kommentierte den Rücklauf dazu. Machen Sie sich selbst ein Bild anhand des Schriftwechsels: pdf

25. Januar 2021

In eigener Sache: Unser Büro ist umgezogen, neue Adresse: Am Borsigturm 31.

Nach genau 19 Jahren im (ehemaligen) „Phönix Gründerzentrum“ Am Borsigturm 40 ziehen wir aus Gründen eines Eigentümerwechsels des Gebäudes, verbunden mit einer Kündigung mit unserem Team in die unmittelbare Nachbarschaft Am Borsigturm 31. Dort haben wir im fünften Stock ebenfalls schöne und helle Büroräume gefunden, in denen wir Sie sehr gerne demnächst Willkommen heißen. Sämtliche Kommunikationsdaten (Telefon, E-Mail) bleiben natürlich unverändert. Die Anreise erfolgt weiterhin wie auf unserer Seite dargestellt.

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