Aktuelles

14. September 2021

„Schlechte Noten für Messstellen“ in NRW

Das „Landwirtschaftliche Wochenblatt“ berichtet über Ergebnisse eines Gutachtens von HYDOR für die landwirtschaftliche Interessensgemeinschaft „Gerechte Messstellen“. Im Kreis Minden-Lübbecke bezweifeln die Landwirte die Eignung etlicher Grundwassermessstellen zur Beurteilung der Nitratbelastung bzw. darauf basierenden Ausweisung nitratbelasteter Gebiete im Rahmen der AVV GeA (2020). Lesen Sie selbst den Artikel (pdf) und machen Sie sich ein Bild über die Ergebnisse des Gutachtens und die daraus resultierenden Wünsche der Landwirte an die Behörden.

01. September 2021

Poster von Jenny Kröcher auf der Jahrestagung der DHG prämiert

Anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Hydrologischen Gesellschaft in Potsdam erhielt Jenny Kröcher den Posterpreis in der Kategorie „Bestes Design“. Das Poster hat zum Thema: „Rekonstruktion der Wasserstandsdynamik von Söllen mittels Fernerkundung, Machine Learning und multivariater Statistik“ anhand eines Kleinsolles in der Uckermark. Der Rückgang des Wasserstandes in den Söllen ist ein aktuelles klimagesteuertes Phänomen. Lesen Sie selbst: pdf

26. August 2021

Anfrage im Bundestag: Nitrat im Grundwasser

Als Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen Fraktion antwortet die Bundesregierung zu „Grundwasserkörper und Nitrat“ (pdf). Danach sind aktuell 304 von 1.178 Grundwasserkörpern (GWK) in den „schlechten chemischen Zustand wegen Nitrat“ nach der EG-Wasserrahmenrichtlinie eingestuft. Das sind 26 % der GWK. Offenbar handelt es sich hier jedoch noch um die „alte“ Einstufung aus dem Jahr 2015, da die Bundesregierung zu aktuellen Tendenzen auf die Länder verweist und nur den „Nitratbericht“ (hiererwähnt, in dem jedoch nur ein sehr kleiner Teil der Messstellen der Länder enthalten ist (sg. „Nitratmessnetz“), deren hydrogeologische Repräsentativität für die landwirtschaftliche Nutzung in Deutschland zwar regelmäßig behauptet wird, die aber nicht belegt ist. Eine aktuelle, aussagekräftige und validierte Darstellung der Nitratbelastung des Grundwassers in Deutschland – z. B. auf Basis der aggregierten Daten aller WRRL-Messstellen der Länder - ist derzeit nicht vorhanden.

01. Juli 2021

Kritisches Schreiben von Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius an die deutschen Behörden zur Umsetzung der Nitratrichtlinie

In einem Schreiben an die bundesdeutschen Ministerinnen für Umwelt und Landwirtschaft moniert der EU-Kommissar eine weiterhin zögerliche Umsetzung der Nitratrichtlinie durch die aktuellen Bestimmungen der Düngeverordnung bzw. der AVV, beide aus dem Jahr 2020. Als Beleg dafür wird die angebliche häufige Lokalisierung „roter“ (nitratbelasteter) Messstellen außerhalb der von den deutschen Landesbehörden ausgewiesenen nitratbelasteten Gebiete angeführt. Warum sich der Kommissar dabei jedoch ausschließlich auf die Messstellen des „Nitratberichtes“ bezieht, deren Umfang erheblich von den Messnetzen der Länder nach unten abweicht und die damit nicht repräsentativ sind, verbleibt unklar. Aber lesen Sie selbst (pdf) und bilden Sie sich eine Meinung. Die Diskussion darüber dürfte anhalten.

30. Juni 2021

Konstruktives Gespräch mit dem niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies und Stephan Hannappel beim Landvolk Niedersachsen in Ovelgönne zum Thema „nitratbelastete Gebiete“

Anlässlich eines hydrogeologischen Gutachtens im Auftrag der Kreislandvolkverbände Wesermarsch und Ostfriesland zur kritischen Rezeption der behördlichen Ausweisung der nitratbelasteten „roten“ Gebiete in Niedersachsen wurde gemeinsam mit Umweltminister Lies vereinbart, die strittigen Punkte, wie Messstellenrepräsentanz und landwirtschaftliche Emissionsdaten, die auch aktuell in einer Expertise im Auftrag des BDEW durch Professor Taube von der Universität Kiel (pdf) kritisch moniert wurden, in einem gemeinsamen Evaluierungsprozess zwischen Ministerium und HYDOR zu untersuchen. Das wurde auch seitens der Landvolk-Vertreter im Sinne einer akzeptablen Lösung für die Landwirtschaft begrüßt.

01. Juni 2021

Neue Veröffentlichung von Lisa Schreiber in der Zeitschrift „Grundwasser“ der FH-DGGV

Lisa Schreiber hat mit Ihren Koautoren der Universitäten in Potsdam und Rostock in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Grundwasser über Ihre Masterarbeit berichtet. Das Thema ist die Modellierung der Strömungsdynamik in einem revitalisierten Küstenmoorgebiet an der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern. Sie hatte dafür ein dreidimensionales instationäres Grundwassermodell erstellt, dieses mit einem eindimensionalen Modell des Grabensystems gekoppelt und mit Messungen im Gebiet kalibriert und verglichen. Die Ergebnisse zeigten, dass neben der oberirdischen Entwässerung auch der Grundwasserabstrom in Richtung Ostsee eine wesentliche Komponente der Wasserbilanz darstellt.  Hier können Sie sich den Artikel als PDF-Vollversion herunterladen: https://link.springer.com/article/10.1007/s00767-021-00486-y

30. Mai 2021

Nitratrichtlinie und Düngeverordnung aus juristischer Sicht

In einem Fachaufsatz setzt sich der Fachanwalt für Verwaltungsrecht Dr. Konrad Asemissen von der Kanzlei HSA Rechtsanwälte aus Potsdam kritisch mit der aktuellen Auslegung des Düngerechtes und seinen Auswirkungen auf das Grundwasser in Deutschland auseinander. Er kommt zum Schluss, dass in vielerlei Hinsicht Optimierungsbedarf bei der behördlichen Auslegung der Vorgaben aus der bundeseinheitlichen AVV und zugleich der Akzeptanz der Maßnahmen bei den betroffenen Landwirten besteht. Lesen Sie selbst: pdf

24. Mai 2021

Dr. Stephan Hannappel zum Sessionleiter der FH-DGGV-Tagung 2022 in Jena berufen

Die im Frühjahr 2022 an der Universität Jena stattfindende Jahrestagung der FH-DGGV wird eine Session zum Thema: „Identifizierung landwirtschaftlich bedingter Indikatoren im Grundwasser“ enthalten. Diese wird von Dr. S. Hannappel zusammen mit Prof. Tobias Licha von der Ruhr-Universität Bochum geleitet. Vor dem Hintergrund der aktuellen, z. T. kontroversen Diskussionen um die Ausweisung der sog. „nitratbelasteten Gebiete“ in Deutschland wird die Session sicher spannende Diskussionen liefern. Wir laden Sie herzlich ein, sich daran zu beteiligen und freuen uns auf die Gespräche in Jena. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an die Geschäftsstelle der FH-DGGV: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bzw. www.fh-dggv.de.

15. April 2021

Neue Veröffentlichung in der Zeitschrift „KW Korrespondenz Wasserwirtschaft“ der DWA

In der Zeitschrift "Korrespondenz Wasserwirtschaft" ist ein neuer Artikel unseres Mitarbeiters Philipp Wolke erschienen. Dieser hat mit seinen Koautoren den Einfluss von Gewässerbettformen auf die Sauerstoffdynamik in der hyporheischen Zone untersucht. Die Untersuchungen legen dar, dass die Dynamik der Gewässersohle eine wichtige Rolle für die Biogeochemie in der hyporheischen Zone spielen. Für die Untersuchungen erhielt Herr Wolke den DGL-Nachwuchspreis. In diesem Zusammenhang ist auch der Artikel entstanden, der hier als Volltext verfügbar ist.

22. März 2021

Abgeschlossene Studie von HYDOR & Ecologic Institut zu „Überprüfung der Auswirkungen des kooperativen Gewässerschutzes in Nordrhein-Westfalen“ veröffentlicht und feierlich verabschiedet

Am Internationalen Tag des Wassers wurde in einer feierlichen Hybrid-Veranstaltung unter dem Motto „30 Jahre Trinkwasserschutzkooperationen in Nordrhein-Westfalen - ein Erfolgsmodell für die Zukunft“ mit Beteiligung der Ministerin Ursula Heinen-Esser, aller stakeholder am Prozess und der Gutachter der Studie ein dem Thema angepasster, würdiger Rahmen gefunden, bei dem die wichtige „12-Punkte“-Vereinbarung von 1989 einer gemeinsamen Aktualisierung unterzogen wurde.

Sie können den Langtext der Studie inkl. eines schriftlichen Berichtes Landesregierung dazu hier einsehen: externer link

22. März 2021

Neue Veröffentlichung in der Zeitschrift „KW Korrespondenz Wasserwirtschaft“ der DWA

Mit dem Titel „Wirkungsanalyse von Maßnahmen zur Verringerung von Stickstoffeinträgen aus der Landwirtschaft im Rahmen des dezentralen Kooperationsmodells zum Trinkwasserschutz in Nordrhein-Westfalen – Teil 2: Wasserwirtschaftliche Evaluierung“ berichten Alexander Strom und Stephan Hannappel im April-Heft der DWA zu den Ergebnissen des Projektes in NRW im Auftrag des Umweltministeriums aus Düsseldorf.  Ausschließliche Beratungsleistungen und Beratung mit Maßnahmenförderungen führten in den untersuchten WSG zu geringeren Nitratabnahmen bzw. nur zu einer Stagnation der Konzentrationen, verhindern jedoch damit einen Nitratanstieg bei zumeist in der Vergangenheit stattgefundener Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion. Gemein ist allen Maßnahmen in den untersuchten Gebieten, dass das absolute Niveau der Nitratwerte oftmals den Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 mg/l in den Vorfeldmessstellen nicht einhält, oftmals sogar deutlich darüber liegt. Weitere Informationen finden Sie unter https://de.dwa.de/de/kw-korrespondenz-wasserwirtschaft.html oder hier direkt als download: pdf

15. März 2021

Hydrologisches Modell und Erweiterung eines Messnetzes zur Erhebung von Wasserständen wiedervernässter Niedermoorflächen in der Dümmerniederung

Im Auftrag des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) wurde eine Studie erfolgreich fertig gestellt, welche die Erhebung der gegenwärtigen Grund- und Moorwassersituation zum Ziel hatte. Für den Aufbau des Hydrologischen Modells wurde eine Kopplung zwischen dem Oberflächenwassermodell MIKE 11 sowie dem Grundwassermodell FEFLOW gewählt. Erarbeitet wurden u.a. hochaufgelöste Flurabstandskarten des oberflächennahen Grundwassers. Wasserhaushaltsbilanzen im Gebiet sowie die Ableitung von Vorschlägen zur Wasserstandsteuerung mit dem Ziel der Optimierung der Bodenvernässung im Gebiet der Dümmerniederung. Die Ergänzung des Messpegelnetzes im Projektgebiet mit 28 neuen Boden- und Grabenwassermessstellen war ebenfalls Teil der Projektarbeiten. Näheres erfahren Sie hier.

08. März 2021

Interview zur Ausweisung der nitratbelasteten Gebiete in Niedersachsen in der Verbandszeitung des Landvolkkreisverbandes Lüneburger Heide

Auf Anfrage der Verbandszeitung äußerte sich Stephan Hannappel in der Märzausgabe zum aktuell brisanten Thema der von der Fachbehörde in Niedersachsen ausgewiesenen sog. „roten Gebiete“, in denen die Landwirte ab sofort u.a. mit empfindlichen Maßnahmen zur Düngereduzierung rechnen müssen.

Sie können das Interview in voller Länge hier einsehen: pdf  Ein Gutachten der HYDOR Consult GmbH aus 2020 zum (damaligen) Entwurf der AVV GeA (2020) im Auftrag des Deutschen Bauernverbandes (DBV) kann auf Anfrage bereitgestellt werden.

20. Februar 2021

Kontroverse über unscharfe hydrogeologische Begrifflichkeiten i der „Allgemeinen Veraltungsvorschrift zur Gebietsausweisung (AVV GeA) nitratbelasteter Gebiete: Umweltminister MV widerspricht HYDOR

Der Umweltminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, hat einem Gutachten der HYDOR an den Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern widersprochen, in dem Messstellen des sog. „WRRL-Messnetzes“ des Landes M-V vor dem Hintergrund unscharfer Formulierungen in der AVV GeA als hydrogeologisch nicht repräsentativ bewertet worden waren. Minister Backhaus schrieb dazu einen Brief an Bundesumweltministerin Schulze und kommentierte den Rücklauf dazu. Machen Sie sich selbst ein Bild anhand des Schriftwechsels: pdf

25. Januar 2021

In eigener Sache: Unser Büro ist umgezogen, neue Adresse: Am Borsigturm 31.

Nach genau 19 Jahren im (ehemaligen) „Phönix Gründerzentrum“ Am Borsigturm 40 ziehen wir aus Gründen eines Eigentümerwechsels des Gebäudes, verbunden mit einer Kündigung mit unserem Team in die unmittelbare Nachbarschaft Am Borsigturm 31. Dort haben wir im fünften Stock ebenfalls schöne und helle Büroräume gefunden, in denen wir Sie sehr gerne demnächst Willkommen heißen. Sämtliche Kommunikationsdaten (Telefon, E-Mail) bleiben natürlich unverändert. Die Anreise erfolgt weiterhin wie auf unserer Seite dargestellt.

Anfahrt

18. Dezember 2020

Neues Projekt in Niedersachsen: „Emslandplan 2.0 – Nachhaltiges Wassermanagement in die Fläche bringen“

Der Dachverband der Wasserwirtschaft im Landkreis Emsland hat vor dem Hintergrund sich immer deutlicher abzeichnender klimatischer Veränderungen mit Auswirkungen auf den Wasserhaushalt und einem steigenden Wasserbedarf im Emsland eine Fortschreibung des „ersten“ Emslandplanes von 1950 mit dem Ziel beauftragt, langfristig wirksame wasserwirtschaftliche, landwirtschaftliche und naturschutzfachliche Konzepte zu entwickeln, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen. Um diesen zu entsprechen, soll eine gemeinsame Wissensbasis zum lokalen hydrologischen und hydrogeologischen System sowie zum Wasserhaushalt und -rückhalt geschaffen werden. Ziel ist es, eine Sensibilisierung aller stakeholder für den Umgang mit Wasser zu erreichen und ein lokales Wassermengenmanagementkonzept mit Handlungsleitfaden zu erarbeiten. Wir werden Sie über den Fortgang dieses spannenden Projektes auf dem Laufenden halten.

27. November 2020

Neue Veröffentlichung in der „HyWa (Hydrologie und Wasserbewirtschaftung) zum Thema „Veränderungen der Wasseraufnahme und -speicherung landwirtschaftlicher Böden“

In einem Forschungsvorhaben des Umweltbundesamtes mit dem Titel "Veränderungen der Wasseraufnahme und –speicherung landwirtschaftlicher Böden und Auswirkungen auf das Überflutungsrisiko durch zunehmende Stark- und Dauerregenereignisse" (FKZ 3717 48 242 0) wurde eine modellhafte Sensitivitätsanalyse zum Einfluss der landwirtschaftlichen Bodennutzung auf das Wasseraufnahmevermögen landwirtschaftlicher Böden und den Oberflächenabfluss im Hinblick auf Extremwetterereignisse wie Stark- und Dauerregen durchgeführt. In einem Fachartikel in der Zeitschrift HyWA möchten Alexander Strom und Stephan Hannappel die Diskussion über die Rolle der Flächenbewirtschaftung auf Agrarflächen in Einzugsgebieten im Hinblick auf extreme Niederschlagsereignisse sowie landwirtschaftliche Datenbestände (z. B. InVeKoS) und ihre Zugänglichkeit anregen. Die Ergebnisse liefern zudem wichtige Grundlagen für das Starkregenmanagement auf kommunaler Ebene, die Ausgestaltung des landwirtschaftlichen Förderinstrumentariums und möglicher Anpassungen des Ordnungsrechts sowie möglichen Ergänzungen der guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft (z. B. Mindestbedeckungsgrad für Mulchsaat).

Sie können den Artikel unter http://www.hywa-online.de oder hier direkt als PDF-Dokument downloaden.

01. November 2020

FuE-Projekt für das Umweltbundesamt erfolgreich abgeschlossen

Nach Durchführung des Fachgespräches im Oktober 2019 (s. u.) konnte nunmehr der Abschlussbericht zum Projekt: „Entwicklung praxisrelevanter Risikominderungsmaßnahmen und einer guten fachlichen Anwendung für Stallinsektizide und -desinfektionsmittel für den Umweltbereich“ dem UBA übergeben werden. Sie können den Bericht, der zusammen mit den Projektpartnern ramboll und der TiHo Hannover durchgeführt demnächst unter www.umweltbundesamt.de/publikationen downloaden. Hier finden Sie dazu bereits vorab einen Überblick aus der regulatorischen Perspektive des Umweltbundesamtes.

23. Oktober 2020

Philipp Wolke gewinnt wissenschaftlichen Nachwuchspreis der Deutschen Gesellschaft für Limnologie (DGL)

Philipp Wolke wurde dieses Jahr von der Deutschen Gesellschaft für Limnologie (DGL) für seine Masterarbeit und eine Publikation in der Fachzeitschrift „Water“ mit dem „Schwoerbel-Benndorf-Nachwuchspreis“ ausgezeichnet. Die Arbeit befasste sich mit Prozessen in der hyporheischen Zone, welche einen äußerst wichtigen Bereich in Fließgewässern darstellt.

Weiterführende Links:

21. September 2020

Verabschiedung der AVV-GeA zur Düngeverordnung im Bundesrat

Der Bundesrat hat in seiner 993. Sitzung der „Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Ausweisung von mit Nitrat belasteten und eutrophierten Gebieten (AVV Gebietsausweisung - AVV GeA)“ am 18.09.2020 zugestimmt. Nur Brandenburg stimmte gegen die Vorlage, die Sie sich hier [externer link] inkl. der angenommenen Änderungsanträge herunterladen können. Auch quasi „in letzter Sekunde“ gab es noch Änderungen, die nicht unwesentlich das Ergebnis beeinflussen, z. B. zur nunmehr nicht mehr pflichthaften Verwendung betrieblicher Daten der Landwirtschaft.

Damit bestehen nun in Deutschland erstmals einheitliche Vorgaben zur Umsetzung der Düngeverordnung. Nach § 13a der geänderten Düngeverordnung gelten künftig in mit Nitrat belasteten und eutrophierten Gebieten, die durch die Landesregierungen auszuweisen sind, zusätzliche Anforderungen. Die fachlich korrekte Ausweisung dieser Gebiete wird die Diskussionen in den nächsten Monaten und Jahren sicher prägen, das war auch Konsens beim Fachgespräch des BT-Ausschusses, zu dem Stephan Hannappel als Sachverständiger geladen war. Kein Konsens bestand jedoch zwischen den Sachverständigen zum aktuellen Status der Ausweisung dieser Gebiete, hier bestehen große Defizite, die für die Akzeptanz bei den betroffenen landwirtschaftlichen Betrieben zukünftig unbedingt weiter ausgeräumt werden sollten. Wir werden weiter über dieses bedeutende Thema berichten.

01. September 2020

Nicht öffentliches Fachgespräch im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft des Deutschen Bundestages: "Aktuelle Fragen zum Grundwasserschutz und der Messstellen-Thematik"

Auf Einladung des BT-Ausschusses wird Stephan Hannappel zusammen mit fünf weiteren, geladenen Sachverständigen zu den auch in der Öffentlichkeit diskutierten brisanten Fragen den Mitgliedern des Ausschusses Rede und Antwort stehen. Es geht dabei u.a. um die Belastbarkeit des Messstellennetzes, die Rückverfolgbarkeit zu Nitrat- bzw. Phosphat-Eintragsquellen, den Zustand der Messstellen, der Messhäufigkeit sowie der Messtiefe im Vergleich zu den Nitratmessnetzen der anderen EU-Mitgliedstaaten sowie die Konzeption des deutschen Nitratmessstellennetzes.

27. August 2020

DIN-Normenausschuss Wasserwesen (NAW) – Einspruchsberatung zum Normenentwurf DIN 38402-13, N 862 „Planung und Durchführung der Probenahme von Grundwasser“

Am 26./27.08.2020 erfolgte als Videokonferenz die umfassende Einspruchsberatung zur o. g. Norm. Stephan Hannappel nahm als Mitautor der Norm an der Konferenz teil. Alle 313 fachlichen Einwendungen konnten – nach z. T. intensiver fachlicher Diskussion – einvernehmlich geklärt werden. Das Sekretariat des DIN wird nunmehr die finale Fassung erstellen, die dann zeitnah beim DIN oder über den Beuth-Verlag bezogen werden kann.

25. August 2020

Studie von HYDOR & Ecologic Institut zu „Überprüfung der Auswirkungen des kooperativen Gewässerschutzes in Nordrhein-Westfalen“ abgeschlossen

Die im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV) des Landes Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit Ecologic Institut gGmbH über einen Zeitraum von drei Jahren erstellte Studie wurde vom Ministerium veröffentlicht nunmehr frei gegeben.

In Fortführung der auf dem 12-Punkte-Programm von 1989 basierenden Evaluierung der Kooperationstätigkeiten wurden Auswirkungen der Gewässerschutzmaßnahmen bewertet. Die Kulisse bestand aus 18 Kooperationen mit 20 Wasserschutzgebieten, in denen die Trinkwasser­förderung durch landwirtschaftliche Maßnahmen zum Gewässerschutz flankiert wird. In zwei Gebieten wird das Trinkwasser aus Talsperren, in allen übrigen aus dem Grundwasser gewonnen. Erheblich verbessert werden sollte zukünftig das wasserwirtschaftliche Monitoring durchgeführter Kooperationsmaß-nahmen. Oft standen Daten von nur sehr wenigen Grund-wassermessstellen zur Verfügung. Bei oberirdischen Gewässern können hierfür Pegel, an denen automatisierte Mischproben gewonnen werden, sehr hilfreich sein, wie sie z. T. bereits vorhanden sind

Die Evaluationsstudie zu den Trinkwasserschutzkooperationen kann auf der Homepage des Landtages von NRW eingesehen werden (LINK).

16. August 2020

Neue Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „bbr“ zu: „Hydrogeologischen und geophysikalischen Untersuchungen alter Grundwassermessstellen in Brandenburg“

Alte, nicht mehr im regelmäßigen Gebrauch befindliche Grundwassermessstellen können aufgrund ihres nicht mehr den technischen Regeln entsprechenden bautechnischen Zustandes eine potentielle Grundwassergefährdung darstellen und sollten daher ordnungsgemäß saniert und/oder zurückgebaut werden. Die Gefahr geht vor allem von nicht mehr vorhandenen bzw. funktionsuntüchtigen Ringraumabdichtungen und auch undichten Rohrverbindungen aus, über die kontaminiertes Oberflächenwasser rasch in das von Natur aus wirksam durch geringleitende Sperrschichten geschützte Grundwasser gelangen kann. Hierbei sollte bedacht werden, dass die Ringraumschüttung einer Grundwassermessstelle oder auch eines Brunnens, sofern es sich nicht um Abdichtmaterial handelt (Ton oder Ton-Zement-Suspension) ein in der Regel um eine Zehnerpotenz höheren kf-Wert aufweist, z. B. wenn Füllsand oder Füllkies geschüttet wurde. Das führt dazu, dass das Oberflächenwasser mit allen in ihm gelösten Bestandteilen auf direktem Weg im Ringraum zum Filter gelangt. Fachlich ist es geboten, dass eine Grundwassermessstelle den technischen Regeln entsprechend errichtet ist.

Der Geophysiker Karsten Baumann von der Fa. BLM Bohrlochmessung Storkow GmbH und Stephan Hannappel haben daher in der anerkannten Fachzeitschrift bbr Leitungsbau Brunnenbau Geothermie hierzu einen Artikel veröffentlicht, den Sie sich hier downloaden können.

02. Juni 2020

UBA-FuE-Projektbericht: „Veränderungen der Wasseraufnahme und -speicherung landwirtschaftlicher Böden und Auswirkungen auf das Überflutungsrisiko durch zunehmende Stark- und Dauerregenereignisse“ online verfügbar:

https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/veraenderungen-der-wasseraufnahme-speicherung

Für vier ausgewählte Stark- oder Dauerregenereignisse, die zu markanten Schäden geführt haben, wurde anhand regionaler Analysen herausgearbeitet, warum es zu den erheblichen Auswirkungen gekommen ist und welche Zusammenhänge zwischen der landwirtschaftlichen Flächennutzung und den Überflutungen bestehen. Aufbauend auf diesen Fallbeispielen wurden in Verbindung mit den Ergebnissen der Literaturrecherche und der Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Förder-programme Vorschläge für zukünftige Risikoabschätzungen und möglicher Gegenmaßnahmen erarbeitet sowie Handlungs- und Forschungsbedarf abgeleitet.

27. Mai 2020

Hydrogeologisches Gutachten an Hessischen Bauernverband e. V. übergeben

Mit dem (etwas sperrigen) Titel: „Fachliche Evaluierung der in der Anlage zur AVDüV vom 19.08.2019 aufgeführten „gefährdeten Gebiete“ hinsichtlich Konsistenz und Plausibilität der messstellen-bezogen verwendeten sowie der hydro-chemischen Daten des Grundwassers“ wurde dem Hessischen Bauernverband in Friedrichsdorf am Taunus das Gutachten zur Überprüfung der Ausweisung der sog. „roten Gebiete“ in Hessen übergeben. Das Gutachten wird inhaltlich mit der Fachbehörde HLNUG in Wiesbaden diskutiert, um das gegenseitige Verständnis der Problematik der Maßnahmenbelegung von Landwirten nach Düngeverordnung in den roten Gebieten zu versachlichen.

19. Mai 2020

Grundwassermessstellen und deren Belastung in MV - Informative Fachvorträge auf der Klausurtagung des Bauernverbandes M-V

Die Grundwassermessstellen sowie das Messstellennetz in Mecklenburg-Vorpommern waren ein zentrales Thema der Klausurtagung mit den Geschäftsführern der Kreis- und Regionalbauernverbände am 19. und 20. Mai in Teterow. Zur Fundstellenaufklärung an 35 Grundwassermessstellen des Landesmessnetzes hinsichtlich Nitrat, Ammonium und Pflanzenschutzmittelwirkstoffen sowie zu Qualitätsanforderungen an Messstellen und Messnetzen referierte Dr. Stephan Hannappel. Zum Landesmessnetz Grundwasserbeschaffenheit berichtete Ute Hennings, Direktorin des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie MV (LUNG). Hier erhalten Sie weitere Informationen.

12. Mai 2020

Sanierung Rangsdorfer See – die „Badewanne“ Berlins muss wieder sauber werden!

Mit dem Projekttitel: „Sanierungsmaßnahmen zur Verbesserung des chemischen und ökologischen Zustandes des Rangsdorfer Sees einschließlich Kanalsystem Klein Venedig - Phase 2“ wurde die HYDOR vom Bauamt der Gemeinde Rangsdorf damit beauftragt, einen entscheidenden weiteren Baustein zum Erkenntnisgewinn dafür zu liefern, warum der See aktuell seine wichtige ökologische und Naherholungsfunktion nicht mehr leisten kann. Die sog. „2. Phase“ beinhaltet die Konzeption und Umsetzung eines einjährigen investigativen Monitorings zur Ermittlung der Belastungsursachen im Einzugsgebiet und ihres Anteils am Nährstoffeintrag in den Rangsdorfer See (Abflüsse, Konzentrationen).

Wir halten Sie über den Projektfortschritt bei Gelegenheit gerne auf dem Laufenden!

17. April 2020

Neue DIN-Norm zur Grundwasserprobenahme im Entwurf zur Kommentierung erschienen

Mit Ausgabedatum 2020-05 ist der Norm-Entwurf E DIN 38402-13 Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung - Allgemeine Angaben (Gruppe A) - Teil 13: Planung und Durchführung der Probenahme von Grundwasser (A 13) erschienen. Das Dokument kann bei der Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin bezogen werden. Der Norm-Entwurf kann unter:

https://www.din.de/de/mitwirken/entwuerfe/ne-stellung/wdc-beuth:din21:320128062

kommentiert werden. Der Entwurf wurde unter Mitarbeit von Stephan Hannappel in langjähriger Arbeit von einem Expertenkreis erarbeitet. Wir rufen ausdrücklich zur Kommentierung auf!

10. April 2020

Neue Ausgabe des Wertermittlungsforums mit aktuellen Beiträgen zum Diskurs Landwirtschaft vs. Wasserwirtschaft erschienen

Die erste Quartalsausgabe 2020 der bei Gerichten ausgelegten Fachzeitschrift „Wertermittlungsforum für Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau, Landespflege, Weinbau, Binnenfischerei und Pferde“ des Sachverständigenkuratoriums (SVK) e. V enthält in ausführlicher Form Beiträge einer Diskussionsveranstaltung zum aktuell spannungsgeladenen Thema Landwirtschaft und Wasser im Oktober 2019. Stephan Hannappel referierte dort zum Thema „Identifizierung der Einträge von Antibiotika-Wirkstoffen in das Grundwasser in intensiv landwirtschaftlich geprägten Regionen“. Durch die Untersuchungen im Auftrag des Umweltbundesamtes und des niedersächsischen NLWKN konnte zur Versachlichung der Debatte beigetragen werden. Die Ausgabe kann unter der ISSN-Nummer 0724-7648 bim SVK-Verlag, Hannover bezogen werden.

30. März 2020

Hydrogeologisches Gutachten an 23 Kreislandvolkverbände in Niedersachsen übergeben

Hinsichtlich der „Evaluierung der Einstufung von 41 Grundwasserkörpern in den schlechten chemischen Zustand wegen Nitrat für den zweiten Bewirtschaftungsplan nach EG-WRRL im Jahr 2015 durch den NLWKN“ wurde dem Landvolk Niedersachsen ein hydrogeologisches Gutachten übergeben. Im Ergebnis des Gutachtens zeigten sich deutliche Mängel des Messstellennetzes des NLWKN in Niedersachsen. Das Gutachten wurde den zuständigen Ministerien übergeben und fand breiten Anklang in der Presse.

Unter https://landvolk.net/wp-content/uploads/2020/04/HYDOR-2020_Kurzfassung.pdf steht die Kurzfassung des Gutachtens als PDF zur Verfügung, das gesamte Gutachten wird auf Anfrage vom Landvolk ebenfalls digital zur Verfügung gestellt.