Der Arbeitskreis „Nitratabbau im Grundwasser – Prozesse, Auswirkungen und Lebensdauer“ der FH-DGGV hat in den vergangenen zwei Jahren in einer breit angelegten Zusammensetzung von 14 Mitgliedern aus Ingenieurbüros, Wissenschaft, Wasserversorgung, Behörde und Wasserwirtschaftsverband eine umfangreiche Publikation zum wissenschaftlichen Kenntnisstand erstellt.
Der Nitratabbau in der gesättigten Grundwasserzone ist ein natürlicher Prozess, der große Bedeutung für die Konzentrationen des Stoffes im Grundwasser und im Rohwasser von Trinkwasserversorgungsanlagen besitzt. Aktuell kommt z. B. einer Quantifizierung der (verbleibenden) Lebensdauer des Nitratabbaus in der (Fach)Öffentlichkeit im Zusammenhang mit der langfristigen Sicherung der Wasserversorgung vor dem Hintergrund landwirtschaftlich bedingter Nitrateinträge in Deutsch-land eine große Bedeutung zu, ohne dass hierzu jedoch der wissenschaftliche Kenntnisstand gesichert dokumentiert und aufbereitet ist.
Die ortskonkret vorhandene Bestimmung dieses mikrobiell induzierten und durch organische (C) sowie anorganische (S) Katalysatoren gesteuerten Nitratabbaus im oberflächennahen Grundwasser ist aufwändig. Hierfür müssen Bohrungen mit Sedimentuntersuchungen zum Aufbau des Grundwasserleiters mit anschließenden Stand- und Säulenversuchen im Labor zur Bestimmung der noch verbleibenden Lebensdauer des Abbaus aufgrund des möglichen Verbrauches der Katalysatoren durchgeführt werden. Nur solche Daten liefern belastbare Ergebnisse zur Abschätzung des reaktiven Materials und der hydraulischen Zugänglichkeit. Das ist mit hohen Kosten verbunden, da neue Aufschlüsse geschaffen und vorhandene Messstellen nicht genutzt werden können.
Der Arbeitskreis schließt an die Erkenntnisse der von der DWA 2015 herausgegebenen Schrift zum „Stickstoffumsatz im Grundwasser“ an. Nicht thematisiert wurde im Arbeitskreis die Bedeutung des Nitratabbaus in der ungesättigten Boden- und Versickerungszone über der Grundwasseroberfläche, da hier aufgrund divergierender Redoxpotentiale andere Steuerungsprozesse und stoffliche Katalysatoren maßgeblich sind.
Das Dokument wird in der Schriftenreihe der FH-DGGV erscheinen und demnächst online über die Homepage (unter: https://fh-dggv.de/veroeffentlichungen-der-fh-dggv/) abrufbar sein. Bei Bedarf schicken wir es Ihnen auch bereits vorab auf Anfrage (administrator@hydor.de) bilateral zu.
Sprecher des Arbeitskreises, der sich nunmehr in ein Netzwerk innerhalb der FH-DGGV umgewandelt hat, war Stephan Hannappel. Wer neu als Mitglied in das Netzwerk aufgenommen werden möchte, kann sich gerne bei der FH-DGGV oder auch bei Stephan Hannappel direkt melden.